Ermutigende Qualitäten

Barbara Liechti • 4. Mai 2026

Kleine Fortschritte anerkennen

Selbstwert wächst im Wahrnehmen des Gelingens

 

Einleitung

Oft sehen wir sehr genau, was noch nicht passt.

Was wir hätten besser machen können.

Was uns noch fehlt.

Wo wir noch nicht dort sind, wo wir gerne wären.

Und gleichzeitig übersehen wir so vieles, was längst gelungen ist.

Kleine Schritte.

Leise Entwicklungen.

Momente, in denen wir drangeblieben sind.

 

Was bedeutet es, kleine Fortschritte anzuerkennen?

Fortschritte sind nicht immer gross und sichtbar.

Oft zeigen sie sich im Kleinen:

  • ich habe mich überwunden
  • ich habe etwas anders gemacht als sonst
  • ich habe nicht aufgegeben

In der Individualpsychologie liegt genau hier ein Schlüssel:

Nicht das Ergebnis stärkt den Selbstwert –

sondern das Wahrnehmen und Würdigen des eigenen Tuns.

Wenn wir beginnen, unsere Schritte ernst zu nehmen, verändert sich etwas Grundlegendes:

Wir erleben uns als wirksam.

 

Der Blick nach innen

Wie gehst du mit dir um, wenn dir etwas gelingt?

  • nimmst du es wahr?
  • relativierst du es sofort?
  • gehst du einfach darüber hinweg?

Viele Menschen sind geübt darin, sich zu kritisieren –

aber ungeübt darin, sich anzuerkennen.

Und genau das darf sich verändern.

 

Wochenübung

👉 Übe diese Woche, deine kleinen Fortschritte bewusst wahrzunehmen

Konkret:

  • Halte jeden Tag 2–3 Dinge fest, die dir gelungen sind
  • Auch ganz kleine Dinge zählen

Zum Beispiel:

  • Ich habe mir Zeit genommen
  • Ich habe mich nicht sofort kritisiert
  • Ich habe ein Gespräch anders geführt

Und ganz wichtig:

👉 Würdige dich bewusst

Sag dir innerlich oder laut:

„Das habe ich gut gemacht.“

„Ich bin drangeblieben.“

Nicht perfekt.

Aber ehrlich.

 

Reflexionsfragen

  • Was fällt mir leicht anzuerkennen – und was nicht?
  • Wann neige ich dazu, meine Fortschritte kleinzureden?
  • Was verändert sich, wenn ich mich bewusst würdige?

 

Mini-Impuls

Selbstwert wächst nicht durch Perfektion.

Sondern durch Anerkennung.

 

Worte, die wirken

Ich sehe, was mir gelingt.

 

Abschlussgedanke

Du musst nicht zuerst „genug“ sein,

um dich anerkennen zu dürfen.

Es ist genau umgekehrt:

Indem du dich anerkennst,

beginnst du dich als genug zu erleben.

 

Ich wünsche dir eine Woche, in der du dich selbst mehr siehst –

in all dem, was dir bereits gelingt.

Herzlich

Barbara